Prüfungen und Schulabschlüsse

An unserer Waldorfschule werden alle Prüfungen für die in Rheinland-Pfalz möglichen staatlichen Schulabschlüsse angebotenen. Die Abschlüsse "besond. Form der Berufsreife", "Berufsreife", "Sekundarabschluss I - Mittlere Reife" und "Sekundarabschluss II - Hochschulreife" haben ausnahmslos dieselbe Gültigkeit wie diejenigen der staatlichen Schulen.

Um die Schüler auf die Prüfungen und Abschlüsse vorzubereiten werden in der Oberstufe neben den ausführlichen Beurteilungen in Textform auch Noten vergeben.

Die Berufsreife kann am Ende der elften Klasse erreicht werden.
Der "Sekundarabschluß I - Mittlere Reife" kann zusammen mit dem Waldorfschulabschluß in der zwölften Klasse erreicht.

Das dreizehnte Schuljahr dient der Vorbereitung auf die Abiturprüfungen an dessen Ende. Unsere Schüler*innen werden am Ende der Klasse 13 in acht Fächern geprüft - davon vier schriftliche und zwei mündliche Fächer. Ausschließlich die Ergebnisse dieser Abiturprüfungen sind für das Erreichen des Abiturs ausschlaggebend.

Unsere derzeitige Fächerkombination für das Abitur ist wie folgt festgelegt:

Schriftliche Fächer:

Biologie Leistungskurs, Deutsch Leistungskurs, Mathe Grundkurs, Geschichte Grundkus b

Mündliche Fächer:

Französisch Grundkurs, Englisch Grundkurs

Hospitationsfächer:

Chemie Grundkurs*, Kunst Grundkurs*

*in diesen Fächern findet eine Hospitation der Schulbehörde statt. Es zählt die Kursabschlussnote.

Vergleicht man die durchschnittlichen Abschlussnoten von Waldorfschülern mit denen von Schülern staatlicher Schulen, erreichen die Waldorfschüler trotz der erschwerten Prüfungsbedingungen ähnliche, häufig sogar bessere Noten.


Charakteristika und Besonderheiten der Waldorfschuleigenen Prüfungen (meist Waldorfabschluss genannt)

In einer Waldorfschulen können die Schüler ihre Lernerfolge und ihr Können auf vielfältige Weise unter Beweis stellen. Im weitesten Sinne sind dies Prüfungen, die sich unmittelbar aus dem pädagogischen Zusammenhang ergeben und dadurch eine sinnvolle Bewertung und Beurteilung ermöglichen. Die vielfältigen Leistungsnachweise gehen in die jährlichen Text-Zeugnisse und in das Abschlusszeugnis ein, das jeder Waldorfschüler am Ende der zwölfjährigen Waldorfschulzeit bekommt. Einen allgemein anerkannten, eigenen Waldorfabschluss gibt es bisher noch nicht.

Allerdings haben viele Waldorfschulen ihren eigenen Waldorfabschluss zum Ende der 12. Klasse entwickelt und mit Erfolg erprobt. Dabei haben sich als wesentliche Elemente herauskristallisiert:

  • das selbst inszenierte Klassenspiel in Klasse 11 oder 12
  • die Jahresarbeit
  • der Künstlerische Abschluss (Eurythmie, Musik, bildende Künste)
  • die Kunstreise in der 12. Klasse

Da jede Waldorfschule ihren Abschluss selbstverantwortlich vergibt, variieren die Bedingungen und Zeitpunkte, an denen die entsprechende Leistung erbracht werden muss. Für alle gilt aber:

  • Als Klassenspiel wird ein abendfüllendes Theaterstück aufgeführt, bei dem der Schüler sowohl eine Einzelleistung als auch seine Zusammenarbeit in der Gruppe zeigen soll.
  • In der Jahresarbeit fertigt der Schüler eine Individualleistung an: Er wählt sich in Absprache mit einem Lehrer ein Thema und bearbeitet es innerhalb eines Jahres. Die Präsentation der Ergebnisse der Jahresarbeit findet in der Regel vor der Schulgemeinschaft statt. Die Jahresarbeit an einer Waldorfschule ist vergleichbar mit einer besonderen Lernleistung an einer staatlichen Schule und kann je nach Prüfungsordnungen des Bundeslandes auch von Waldorfschülern*innen in die staatliche Prüfung eingebracht werden.
  • Für den Künstlerischen Abschluss wird ein Eurythmie- oder Musikprogramm einstudiert, in dem der Schüler – in der Gruppe oder einzeln – sein Können in dem jeweiligen künstlerischen Fach bei einer Präsentation zeigt. Wie beim Klassenspiel sind nicht nur Leistungen auf, sondern auch hinter (Kostüme, Kulissen) und neben (Werbung, Programmheft) der Bühne gemeint.

Alle Leistungen werden jeweils in Gutachten bescheinigt.

Ein allgemein gültiger, für alle Waldorfschulen anerkennungsfähiger Waldorfabschluss muss eine Reihe von Grundbedingungen erfüllen. Den Schülern soll sowohl im kognitiven als auch im künstlerischen Bereich Gelegenheit gegeben werden, ihre Leistungsfähigkeit einzeln und in der Gruppe zu zeigen. Dabei sollen alle Unterrichtsfächer und Projekte sowie die waldorfpädagogischen Besonderheiten einbezogen werden.