Was ist Eurythmie?
Die Eurythmie ist zunächst eine besondere Bewegungskunst, die in der Waldorfschule unterrichtet wird. Was die Eurythmie so besonders macht, ist die Annahme, dass der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht. Und durch das eigenen Tun, diese drei Ebenen erleben kann.
Wie wird die Eurythmie bei uns unterrichtet?
In den unteren Klassen werden zunächst märchenhafte Inhalte, kleine Kreis- und Geschicklichkeitsspiele erarbeitet und erlebt. Die Kinder in diesem Alter ahmen zunächst nur nach. Erst in den höheren Klassen sind sie mehr in der Lage kompliziertere Formen, zu meistern. Um dann in der Oberstufe ihre persönlichen und künstlerischen Ausdrucksformen zu finden, die im Einklang mit anspruchsvollen musikalischen Kompositionen und Dichtung stehen.
Ist Eurythmie nur etwas für Mädchen?
NEIN!
Zwar geht es in der Eurythmie um harmonische Bewegungen. Aber diese Harmonie der Bewegungen steht im Zusammenhang mit den Inhalten der Musik oder der Sprache. Erscheint im Märchen plötzlich etwa ein Räuber, so wird natürlich gestampft oder geklatscht. So kommen die „Prinzessinnen“ wie auch die „Raufbolde“ auf ihre Kosten. Auch in der Musik gibt es deutliche Unterscheidungen von „lieblich und zart“ oder „impulsiv und kräftig“, die in der Bewegung sichtbar gemacht werden sollen.
Was wird noch durch Eurythmie gefördert?
- Sich in verschiedene Rollen hineinzuversetzen, spielerisch und bewegt, fördert die innere Beweglichkeit der Kinder und ist somit eine Grundlage für spätere soziale Fähigkeiten.
- Die tänzerische, von Musik und Gedichten getragene Arbeit an der körperlichen Geschicklichkeit hat neben der rein physiologischen positiven Wirkung auch die innerlich stärkende und Selbstbewusstsein aufbauende.
- Neben der Bewegung des eigenen Körpers wird in der Eurythmie auch das harmonische Bewegen einer ganzen Gruppe im Raum geschult. Somit wird die bewusste Orientierung im Raum und in der Zeit ausgebildet.
- Bewegung, Raumformen, Musik und Dichtung müssen in der Eurythmie ständig durchdrungen sein mit einer deutlichen Vorstellung, Denktätigkeit und kräftigem Tun, um künstlerischen Ausdruck zu schaffen. Alle Temperamente und Charaktere werden gefordert und gefördert. Wenn auch die ein oder andere überwiegt, können wir uns doch darin schulen, auch die schwächer ausgeprägten Seiten in uns zu wecken, um auf sie im ganz Alltäglichen zurückgreifen zu können.
- Auch die Geschicklichkeitsübungen wechseln in dieser Weise ihren Charakter.